24. Juni 2008 - Radio DRS
MP3 - Hoher Oelpreis macht Kunststoffbranche zu schaffen
Interview mit Reto Senn, CEO Folag AG
13. Februar 2008 - PACK aktuell
Stark in unterschiedlichen Märkten
Die 1969 gegründete Folag AG, Sempach Station, hat die 1922 gegründete Stanipac AG, Burgdorf, übernommen. Damit entsteht eine Schweizer Firmengruppe in der Folienextrusion, die rund 220 Mitarbeitende hat. Was sind die Gründe und Ziele der Firmenübernahme? Nachgefragt bei Reto Senn, CEO der Folag.
Pack aktuell: Die Stanipac hat zuletzt unruhige Zeiten durchlebt. Konnten Sie die Firma dadurch jetzt günstig erwerben? Reto Senn: Der Kauf war kein Spontanentscheid. Wir haben uns schon seit längerer Zeit für die Stanipac interessiert, denn sie passt in unsere Strategie. Jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben, die Firma zu übernehmen. Die angesprochenen unruhigen Zeiten haben den Verkaufspreis zwar beeinflusst, er ist günstiger geworden. Aber der Preis ist bei einer Firmenübernahme nicht der einzige Kostenfaktor. Es ist auch zu berücksichtigen, welche Investitionen in der übernommenen Firma nötig sind. Wenn ich das mit einberechne, kostet uns die Stanipac eine Summe, die als angemessen, als marktüblich zu bezeichnen ist.
Sie sprechen von Ihrer Strategie und von notwendigen Investitionen bei der Stanipac. Geht es Ihnen bei diesem Zukauf nicht vor allem darum, das Absatzvolumen zu bündeln und so bestehende Anlagen besser auszulasten? Die Stanipac und die Folag produzieren zwar auf den gleichen Maschinen und mit der gleichen Technologie. Sie waren aber keine grossen Wettbewerber am Markt, denn sie sind in ganz unterschiedlichen Märkten stark. Bei der Folag sind das Produkte für Bau und Garten, dazu Tragtaschen, Beutel und einfachere Kunststoffverpackungen. Kunststoffspezialitaten für die Lebensmittelindustrie und den Pharmabereich haben an unserem Umsatz nur einen geringen Anteil. Bei der Stanipac ist das genau umgekehrt. Die Überschneidung in der Produktpalette beträgt höchstens 10 Prozent. Insofern ergänzen sich die Firmen von den Produkten her optimal, die Stanipac mit ihrer Verpackungskompetenz ist für uns eine logische Erweiterung.
Wenn die Firmen wie bisher für ihre jeweiligen Märkte produzieren, gibt es kaum Synergien in der Produktion. Das kann man so nicht sagen. Beide Firmen arbeiten mit den gleichen Technologien. Im Verbund werden die beiden Firmen daher eine höhere Flexibilität in der Produktion haben und auch zusammen grössere Aufträge bearbeiten können. Zudem gibt es Synergien auf der Einkaufseite.
Besteht für eine Firma in der Grössenordnung der Folag nicht generell der Zwang zu wachsen, um solche Skaleneffekte zu realisieren? Dass eine Konsolidierung in unserer Branche stattfindet, ist offensichtlich. Doch für uns war die Erweiterung des Sortiments, der Schritt in den Verpackungsmarkt, in dem wir bislang noch wenig präsent waren, das wesentlich wichtigere Kaufmotiv.
In der Medieninformation zur Übernahme betonen Sie, dass beide Firmen unter ihren bisherigen Namen und mit eigenem Verkauf am Markt tätig bleiben werden. Warum ist Ihnen das so wichtig? Vom Markt aus betrachtet, ist dieses Vorgehen zu bevorzugen. Stanipac steht, wie erwähnt, für Kaschier- und Verbundfolien, etwa für Folien für den Pharmabereich, Folag für Bau- und Gartenfolien, Tragtaschen und einfachere Standardverpackungslösungen. Das sind mehr oder weniger unabhängige strategische Geschäftsfelder, die auch unabhängig voneinander angesprochen und bedient werden müssen.
Dann müssen Sie konsquenterweise die Verpackungssparte der Folag zur Stanipac transferieren und die Bau- und Gartenfolien der Stanipac zur Folag. Das ist für gewisse Produkte ein mögliches Szenario. Wir diskutieren darüber, sind aber noch nicht zu einem Entscheid gelangt. Dazu liegt die Übernahme noch zu kurz zurück. Wir werden sicher die Kompetenzen der jeweiligen Standorte noch stärken und sie zu eigentlichen Kompetenzcentern ausbauen, Aber wir werden dabei auch darauf achten, sinnvolle, gewachsene Strukturen zu erhalten und auf Kundenwünsche Rücksicht zu nehmen. Die Fragen stellte Joachim Kreuter
12. Februar 2008 - Neue Luzerner Zeitung
Plastiksack gewinnt an der Öko-Front
Rund um den Globus wird der Kunststofftasche der Kampf angesagt. Nicht so in der Schweiz. Aus gutem Grund, denn Plostik ist auch ökologisch besser als sein Ruf.
Ralf Meyer - Wenn im September die Olympischen Spiele in Peking beginnen, soll China einen sauberen Eindruck machen. Unter anderem will die Regierung den wachsenden Plastikmüllbergen zu Leibe rücken. Ab Juni dürfen daher Chinas Supermärkte keine Plastiksäcke mehr gratis abgeben. In Australien sollen die Kunststofftaschen bis zum Jahresende sogar ganz aus dem Verkehr gezogen werden. In San Francisco wurden sie bereits aus Lebensmittelläden verbannt, und sogar auf der Südseeinsel Palau hat man den Kunststoffsäcken den Kampf angesagt. Plastik hat schlechtes Image Auch in der Schweiz bläst ihnen ein eisiger Meinungswind entgegen. In einer von der «Coopzeitung» veröffentlichten repräsentativen Umfrage sprachen sich kürzlich 83 Prozent der Konsumenten für ein Verbot von Einkaufstaschen aus Kunststoff aus. Nur, die Realität sieht anders aus. Die Nachfrage nach Plastik-Stehbodentaschen sei seit Jahren konstant, hiess es bei Coop auf Anfrage. Fast 10 Millionen dieser Tüten zum Stückpreis von 15 bis 20 Rappen verkauft der Grossverteiler pro Jahr. Beliebter sind nur die Coop-Papiertaschen, von denen 27 Millionen pro Jahr die Kassen passieren. Auch die Migros stellt bei ihrer Kundschaft kein plastikfeindliches Verhalten fest. In den Migros-Geschäften werden konstant rund 15 Millionen Kunststofftaschen und etwa 38 Millionen Papier-Tragtaschen pro Jahr verkauft. Keine Chance im Detailhandel haben offenbar Säcke aus biologisch abbaubaren Kunststoff, der beispielsweise aus Mais- oder Kartoffelstarke gewonnen wird. <>Technisch wäre die Herstellung solcher Taschen kein Problem>>, sagt Reto Senn, CEO der Folag AG Folienwerke in Sempach Station. Der biologisch abbaubare Werkstoff (BAW) sei aber viel teurer und viel energieaufwändiger in der Produktion als Polyethylen (PE) — jener Stoff, aus dem die meisten Plastiktaschen gefertigt werden. Auch die Kompostierbranche steht den «Bio»-Taschen skeptisch gegenuber. Gewisse BAW-Materialien seien in der Kompostieranlage schwerer abbaubar als andere, erklärt Brigitte Bartha, Geschäftsführerin vom Kompostforum Schweiz. Sãcke haben einen hohen Heizwert In Politik, Industrie und Entsorgungswirtschaft tönt es fast unisono: Der Plastiksack ist besser als sein Ruf >>Der Problemdruck ist in der Schweiz geringer als in anderen Ländern>>, sagt Thomas Tellenbach, zuständiger Sektionsleiter im Bundesamt für Umwelt. Die Schweiz verfüge über ein flächendeckendes Entsorgungssystem. Plastiksäcke landeten daher in der Regel nicht irgendwo in der Landschaft, wo sie nur sehr langsam verrotten, sondern in der Kehrichtverbrennungsanlage. Dort liefert das Plastik reichlich Energie — womit der Kunststoffverband ordentlich wirbt. Der Heizwert von Polyethylen sei 6,5-mal höher als derjenige von Papier, heisst es in einer Broschüre. PE wird aus Erdöl gewonnen und besteht aus Ketten von Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen. Auch in Ökobilanzen, die den gesamten Lebenszyklus eines Produkts verfolgen, schneiden die Plastiksäcke vergleichsweise gut ab. Die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt (Empa) hat im Kundenaufrag eine entsprechende Studie durchgeführt. Verglichen wurden die Ökobilanzen von Plastiktaschen, Papier- und Baumwolltaschen. Am besten mehrfach benutzen Ergebnis: Wenn alle Säcke nur einmal benutzt werden, ist die Plastiktasche die mit Abstand umwe1tfreundlichste Alternative. Roland Hischier von der Empa erklärt dies mit dem niedrigen Gewicht des Polyethylens. Seine Herstellung erfordere deutlich weniger Energie- und Rohstoffeinsatz als die Produktion von Papier oder Baumwolle. In einer zweiten Rechnung gingen die Empa-Forscher von der Annahme aus, dass ein Plastiksack nur eimnal, ein Papier- zweimal und der Baumwollsack fünf- bis zehnmal verwendet wird. In diesem Vergleich schneiden Plastik und Papier punkto Ökologie in etwa gleich gut ab. Der Baumwollsack wird erst dann zum <ökologischen Gewinner, wenn er mindestens zweimmal wiederverwendet wird, Schlussfolgerung: Wer die Umwelt schonen will, benutzt eine Tasche mehrmals — im günstigsten Fall handelt es sich dabei um einen Plastiksack.
5. Februar 2008 - Berner Zeitung BZ
Verkauft – und damit aus der Krise
Das Geheimnis 1st gelüftet: Stanipac konnte nur gerettet werden, weil eine Konkurrentin das Burgdorfer Folienwerk aufkaufte. <> Reto Senn redete nicht lange um den heissen Brei herum. Das Folienwerk in Burgdorf sei gar <> gestanden, sagte er gestern auf Anfrage. Geholfen hat in dieser Situation nur eins. Der Verkauf an die im luzernischen Sempach beheimateten Konkurrentin Folag AG, deren Chef und Besitzer Senn ist. Damit ist klar, woher das Geld stammt, das die Rettung möglich gemacht hat. Kurz vor Weihnachten hatten der damalige Stanipac-Präsident Klaus BUrgi und die Gewerkschaft Unia sehr allgemein davon gesprochen, dass die Firma nur dank zusätzlicher finanzieller Mittel eine Zukunft habe - jetzt macht Senn klar: Damit der Deal gelang, mussten die <<4 bis 5 Gross- und die rund 50 Kleinaktionäre> auf ihr gesamtes Kapital verzichten. Folag zeichnete gleichzeitig im selben Umfang Aktien und schoss mit Blick auf die Ansprüche der Gläubiger sogar noch zusätzlich Geld ein — alles in allem <>, wie Senn nur allgemein verrät. Interessantes Gebiet Auch unter den neuen Besitzer soll Stanipac als eigenständige Firma operieren und die verbliebenen 60 Mitarbeiter weiterbeschäftigen. Mittelfristig denke er gar an einen Ausbau, so Senn, denn die Burgdorfer seien in einem für Folag sehr interessanten Gebiet tätig. Der neue Besitzer dachte an den Reinraum, in dem Stanipac unter strengen hygienischen Bedingungen herstellt. Diese unter anderem für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie bestimmten Folien trugen den grössten Teil zum 25-Millionen-Umsatz in Burgdorf bei und seien immer gefragter. <Auch in Vietnam Nun aber kann sich Folag in Sempach auch künftig auf ihre drei bisherigen Standbeine konzentrieren. Die Firma produziert im Luzernischen erstens für die Bauwirtschaft (Folien zum Dämmen, Schützen oder Abdichten), zweitens für den Garten (Tunnelfolien, Vliese) und drittens für den Handel (Tragtaschen); sie setzt hier mit 150 Leuten 50 Millionen im Jahr um. Dazu beschäftigt sie in Vietnam 1oo Leute, <>, so Senn, <>. STEPHAN KÜNZI
22. Januar 2008 - Radio DRS 3
MP3 Beitrag DRS3 vom 22.01.08
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